
E-mail Wilhelm Fink = www.litfink@aol.com
Frida Kahlo ist zeichenhaft ein Beispiel, dass Werke zu leuchten beginnen für die Nachwelt. - Auf der nächsten Seite = das Gästebuch, unter "Einträge" kann man im Gästebuch lesen. Ein WF-Essay über den Philosophen Vico (Phantasie und Kreativität) - "Themen der Zeit" - steht bei www.sinnsuchen.de - Mein TV-Film-Projekt unter www.unterholz.com - "Mit Nike ins Unterholz". Mein Roman, Thema Psycho-Reise der Studentin Nike "Die ZimtZiege" (Bamberg 1999) ist vergrifffen.
Broterwerb, Vater zweier Töchter, Verhandlung mit der Peterwagen-Besatzung für "Dichter auf dem Markt", die Sicherheitslage, vier Sowjet-Dichter auf dem Lastwagen, Strom für die Scheinwerfer kam aus dem Keller der Deutschen Bank, zuhause auf der Etage, sozialer Wohnungsbau, lagen meine Töchter und sortierten die Blätter für das Verkündigungs-Organ "Der Schriftsteller". - - Dann rief die Morgenpost, ich hatte inzwischen Federn gelassen, das Pressefoto zeigt es - "Autoren müssen sich am Leben reiben".
für 4 Tage, so sah ich aus, am Redaktions-Tisch der Hamburger Morgenpost, für die ich aus 2000 Einsendungen die besten sieben Liebesgedichte aussuchte, die Gewinner bekamen von mir an Bord der "Wappen von Hamburg" die Preise (Goldtaler). Ich leitete damals die Lyrik-Gruppe des Schriftsteller-Verbandes. - Wie kam ich an? Karl Krolow an WF: Ich freue mich, daß es Schreiber wie Sie gibt: - das ist eine Hoffnung in vieler Finsternis. Ihr „Bube“ gefällt mir (nicht nur dieses Gedicht). - Peter Rühmkorf: «Es ist immer wieder frappierend, wie Sie das Ungewöhnliche an den Ohren herbeiziehen, was keineswegs heißt, an den Haaren. An Kleinigkeiten, winzigen Weltausschnitten kann einem die Welt als ganze aufgehen. Hier findet immer wieder statt, was man sonst vermißt: daß einen das Unscheinbare ansieht wie etwas ganz Unwahrscheinliches.
PETER RÜHMKORF - Was auffällt, ist eine besondere Begabung für Stimmungen. Wer kann das heute noch: Stimmungen produzieren? Man riecht, sieht, schmeckt mit; hier ein Kringel, dort ein Schlenker, da ein fast beiläufiger Strich, und ein ganzer Stadtteil wird virulent. Im Detail sind es denn immer wieder Details, an denen man kleben bleibt; was nichts anderes heißt, als daß sie haften». - Erich Lüth in "Neues Hamburg" ("Wir entdecken einen Dichter"): Fink ist ein Taschenspieler der hintergründigen Begriffe und prägt mit Leichtigkeit neue Formeln. Er koppelt Worte, variiert Verben, Attribute, Dingworte als präsentiere er einen neuen Dialekt. Seine Sprache ist frisch. Aller Staub des Alltags ist davongeblasen. Dennoch schildert er gerade diesen Alltag. - "Frühling, dicht bei der Rabenstraße" verschmilzt Gegensätzliches, von dem wir bisher annahmen, daß es sich niemals mischen würde: Unsentimentales und höchste Empfindsamkeit. Fink beschreibt den Alltag, das Heutige, das Banale. Er nimmt das Gegenwärtige mit sehr hellen Sinnen wahr und artikuliert sein Echo dergestalt, daß das Alltäglich aller Banalität entrückt wird und pralles Leben annimmt, das in vielen Spitzlichtern irisiert und funkelt.
(aus "Ich, die Insel) Vom Wirt hörte ich, daß die Dorfjungen ein Geheimnis haben. Auf der Insel im Unterholz wachsen sonderbare Pilze. Sie haben Knollköpfe, häßlich ausgestülpt. Bei manchen sind die Stengel hohl, schlauchig. Feuerrote gibt es, aber auch leichenblasse, giftgelbe. Gruselig die länglichen Toten-Trompeten. Die Jungen sind aber auf nur einen Pilz aus. Es heißt, er drehe den Mädchen das Herz um. Selten ist er, und wer ihn mit dem Messer schneidet, der verdirbt ihn. Ausgegraben, schwillt er an, ein richtiger Protz-Stulpen. Aber die Wirkung bleibt erhalten. Nur sieben Sudtropfen vom Höswurz, vom Knabenkraut, und du erliegst dem Liebeszauber. STECHAPFEL-EXTRACT, m. extractum stramonii: extract, besonders aus den blättern des stechapfels hergestellt, von Hufeland wider gemüthskrankheiten empfohlen
GESPRÄCH Wilhelm Fink, Hamburg, Literatur Mainfranken: Verachtung des Literaturbetriebs. Gibt es so etwas bei Ihnen? Ja man fällt in diesen Medienteich hinein und rettet sich wieder heraus, indem man nicht alles verfolgt. Ich konzentriere mich auf das Eigene. Wenn alles um uns herum immer dumpfer, immer unpointierter wird, dann sehnt man sich nach scharfen Umrissen. Der Roman, an dem Sie schreiben, hat den Titel Mit Hegel im Unterholz. - Die moderne Welt gibt auch dem Roman ein neues Gesicht. Die jüngsten Ergebnisse der Naturwissenschaft stützen das Phantastische am Schriftsteller. Unser Gehirn hat Fähigkeiten der Imagination, die das Erfinden fast zu etwas Tatsächlichem machen. Besonders bewegten Gegenständen folgen wir mit den Augen und nervlich-datenverarbeitend nicht nur, sondern wir ziehen im Gehirn etwa den Flug eines Tennisballs in seiner Zielrichtung verlängernd weiter, also über den Punkt, der im Moment tatsächlich erreicht ist, hinaus. Man hat errechnet, bei einem Ball von Boris Becker sind das immerhin sechs Meter. Für diese Strecke hat unser Gehirn innen ein Bild produziert, das für das Augen „als draußen“ erscheint, - das es dort aber noch gar nicht gibt. Der Schwell-Charakter der Schöpfung will an den Tag.. Auch in der Sprache und ihren Verführerqualitäten. Gelenk- und Schwingpunkte (the time is out of joint) sind prall da und viel weniger kleinmütig als unser Zeitgeist. Man kann auch zum Esel werden, der den falschen Karren zieht. Zu großes Nachgeben löst den Kern in uns auf, wir zerfließen im Allgemeinen. Das Leben des Schriftstellers also als ständige Herausforderung? Ein Roman entstehen nicht aus Gründen, sondern aus Abgründen. Zu seiner Begabung ist man sozusagen „verurteilt“. Wer nicht beunruhigt werden will vom Lebensrätsel, der nag seinem Naturell, etwa einem Phlegma, folgen und schweigen. Ein Schriftsteller wie Thomas Mann erlebt wenig und schreibt viel darüber. Meinen Sie, daß wir als Zeitgenossen zu sehr kleben bleiben an den Verhältnissen, wie sie sind? Ja. Das Schlimmste ist: Wir ertrinken in einer Ersatzwelt. Im Fernsehen etwa, durch nichts gerechtfertigte Medienstars, sie dringen zu uns ins Zimmer, täglich verkleben sie mit ihren (oft negativen) Eigenschaften die ganze Gesellschaft. Sie hängen uns an wie ein Kaugummi, in das wir hineingetreten sind. Uns ergeht es mit ihnen, wie es ein Franzose gesehen hat: „Es gibt Menschen, die sind so langweilig, daß man in zehn Minuten mit ihnen einen ganzen Tag verliert“. Mein Romanprojekt »Mit HEGEL IM UNTERHOLZ« hat Vorstülpungen, Anreicherungen. Ich arbeite nicht für die Unwachen. Sollen Sie doch ohne Pointen- und Lektüre-frei ihren Weg bis ans Ende gehen. Wie zierlich dann die Blechurne ist, und wie wenig ihre Asche dieses saubere Behältnis füllt.
John Florio (Bild), bei ihm im Jahr 1598 zuerst das Wort "personation" lt OED. Robert Walser - "Ich will nicht eure Lachmaschine sein!" Er sprach davon, beim Schreiben leiste er es, die Gefühle im Sand der Sprache zappeln und sterben zu lassen wie Fische. Was sagte RW von der Natur? "Sie übertreibt gern!" - Er wusste, - "Alles Wirkliche wirkt ja leicht aufdringlich". Ja, die moderne Welt."Unsere Zeit fördert das Anwachsen der Käuze." Schon als Schulbub war Robert anspruchsvoll. Von einem faden Mitschüler sagte er - "darf der liebe Gott es zulassen, dass einer so uninteressant ist?" Und Grillparzer? "Kam ich mit anderen zusammen, traf mich die Langeweile wie ein Keulenschlag." Als Waffe in Gesellschaft hatt er die forcierte Lustigkeit.
Wo wird / eine Stelle freigehalten das Gefühl für Lücke / Wertheimers kreatives Denken /wer reißt die Inhalte an sich der Liebende oder der Geliebte der Therapeut fällt / in den Patienten ein das Kind kommt nachhause: der Erzieher hat heute wieder nichts von ihm gelernt
Machtfragen gegenüber / dem eigenen Ich Kunst als Verfahren / Schreiben als Sog in die Lücke in die Leer-Räume Gewünschte, erfundene / Affinitäten / Wahlverwandtschaften zwei zwischen denen die Chemie stimmt
Über die Schauspielerin Eleonora Duse sagte Rilke (1912): Feig wie ich jetzt bin, wagte ich kaum, sie anzusehen. Es bereitete mir eine Art Schmerz, sie so breit und robust zu finden, dieser verstärkte Körper, wie eine Fassung, aus der schon einmal der Stein gefallen ist. Jetzt nützt sie sich ab, verwohnt sich den eigenen Körper. Im September wollte sie hierher zurückkommen. Es genügt eine halbe Stunde, damit sie eine Wohnung abnutze. Es geht eine Unlust, dazusein in gewissen Momenten von ihr aus, dass den Dingen um sie herum gleichsam die Zähne ausfallen.
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